Kammeroper in zwei Akten nach der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe, aufgeführt von Opera Factory Freiburg

1839 erschien erstmalig die berühmte Geschichte „The Fall of the House of Usher“ von Edgar Allen Poe (1809-1849) in „Burton’s Gentleman’s Magazine“ in New York. Als Erfinder der modernen Kriminalliteratur gehört Poe mit seinen fantastischen Schauergeschichten zu den Vorreiter:innen der Psychoanalyse. In der amerikanischen Literatur gilt er eher als Außenseiter. Poes Dichtungen überschreiten oftmals die Grenzen zwischen Dies- und Jenseits, was ihre besondere Faszination ausmacht.

In „The Fall of the House of Usher“ wird William von seinem Jugendfreund Roderick Usher mit der Bitte um Hilfe herbeigerufen. Ist es Traum oder Wirklichkeit, was William während seines Aufenthaltes im Hause Usher erlebt? Eine Reise in die eigene Vergangenheit. Rodericks seltsame Liebe zu seiner todkranken Zwillingsschwester Madeline, deren Stimme Tag und Nacht im Haus zu hören ist, auch dann noch, nachdem sie im unterirdischen Verließ des Hauses begraben wurde.

Der Amerikaner Philip Glass (geb. 1937) gehört zu den populärsten zeitgenössischen Komponisten. Man bringt seinen Namen stets mit der Kunstrichtung der Minimal Music in Verbindung, einem Begriff, der zuerst durch den Amerikaner Tom Johnson (z. B. Die Viertonoper) und den Briten Michael Nyman (z. B. Das Piano) geprägt wurde. Glass selbst würde nur seine zwischen 1965 und 1975 entstandene Musik dieser Richtung zuordnen und beschreibt seine Werke lieber als „Musik mit wiederkehrenden Strukturen“. Sein Musikstil ist entscheidend durch die indische Musik und seinen Mentor Alla Rakha geprägt. Weltweit bekannt wurde Glass 1976 mit der Oper Einstein on the Beach, der zahlreiche gemeinsame Projekte mit Robert Wilson folgten. In den 1980er Jahren kam es zur Zusammenarbeit mit Achim Freyer in Stuttgart mit einer Glass-Trilogie, darunter der Uraufführung von Akhnaten (Echnaton). Inzwischen hat Philip Glass mehr als 20 Opern komponiert. Einem breiten Publikum ist er durch die Komposition von Filmmusik bekannt geworden (Koyaanisqatsi, Dracula, The Hours u. v. a.).

Die Musik von Philip Glass unterstützt die markerschütternde Handlung durch einen schwebenden, vereinnahmenden Klangteppich, der den:die Hörer:in in eine Art meditativer Entrückung versetzt. Die scheinbare Ereignislosigkeit in der Musik unterstreicht, im Zusammenhang mit der Handlung, die albtraumhafte Atmosphäre dieser auf der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe basierenden Schauerballade. Für Tenor, Bariton und Sopran hat Glass die drei Hauptpartien notiert. Er verwendet neben Gitarre, Schlagwerk und Synthesizer ein konventionelles Instrumentarium eines Kammerensembles.

Weitere Aufführungen: Mi, 14.10, 20 Uhr | Fr, 16.10, 20 Uhr | Sa 17.10., 20 Uhr | So, 18.10., 19 Uhr

35 € | 15 € (ermäßigt) | 10 € (Schüler:innen)

Englisch

Lokhalle Freiburg, Paul-Ehrlich-Str. 5 | 79106 Freiburg

Samstag, 10.10.2026 | 20:00 – 22:00 Uhr

Tickets via Opera Factory hier

Veranstalter: Carl-Schurz-Haus | In Kooperation mit Opera Factory Freiburg