Vortrag von Prof. Dr. Philipp Schweighauser | Im Rahmen der Ringvorlesung "250 Jahre USA"

Dieser Vortrag untersucht die Präsenz der amerikanischen Ureinwohner in drei wichtigen, aufeinanderfolgenden Gründungsdokumenten (Unabhängigkeitserklärung, Konföderationsartikel, US-Verfassung) und deren Auswirkungen auf eine einflussreiche Entscheidung des Obersten Gerichtshofs aus dem 19. Jahrhundert (Cherokee Nation gegen Georgia [1831]) sowie auf die Literatur der amerikanischen Ureinwohner des 21. Jahrhunderts. Zwar sind sowohl in der Politik der Repräsentation als auch im rechtlichen Status indigener Völker offensichtliche Fortschritte zu verzeichnen – von den „gnadenlosen indianischen Wilden“ der Unabhängigkeitserklärung bis hin zum in der Verfassung verankerten Konzept der indianischen Nationen –, doch sind diese Fortschritte relativ zu sehen, da indigene Stämme weiterhin als „inländische abhängige Nationen“ definiert werden. Der Vortrag schließt mit zwei Fallstudien aus der zeitgenössischen Literatur der amerikanischen Ureinwohner: der Auseinandersetzung des Kumeyaay-Dichters Tommy Pico mit der Nationalität indigener Nationen und der Untersuchung des Cheyenne- und Arapaho-Romanautors Tommy Orange zur Hartnäckigkeit von Stereotypen über „Indianer“.

Prof Dr. Philipp Schweighauser

Philipp Schweighauser ist Professor für nordamerikanische und allgemeine Literatur. Er erwarb seinen Master in Anglistik und Germanistik sowie seinen Doktortitel in Anglistik, beide an der Universität Basel. Nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt an der University of California, Irvine (2000–2001), einer Postdoc-Stelle an der Universität Bern (2003–2007) und einer Assistenzprofessur an der Universität Göttingen (2007–2009) kehrte er 2009 an die Universität Basel zurück. Er war Gastwissenschaftler an der Harvard University und der Boston University. Von 2012 bis 2020 war Schweighauser Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Nordamerikastudien. Er hat sich mit einer Vielzahl von Themen im Bereich der Amerikanistik befasst, doch seine Schwerpunkte liegen auf der amerikanischen Literatur und Kultur des 18. bis 21. Jahrhunderts, Literaturgeschichte sowie Literatur-, Kultur- und Medientheorie, Literatur und Wissenschaft, Literatur und Anthropologie, Autobiografie, Sound Studies, Native American Studies und Ästhetik.

frei

Englisch

KG III der Universität | Hörsaal 3118, Platz der Universität 3, 79098 Freiburg

Mittwoch, 17.6.2026 | 16:00 – 18:00 Uhr

Veranstalter: