Anti Opfer: Warum wir Verletzlichkeit verachten
Buchvorstellung & Gespräch | Dienstag, 23.6.2026 | 19:00 Uhr
Buchvorstellung & Gespräch | Dienstag, 23.6.2026 | 19:00 Uhr
„Opfer“ – einst ein Begriff für erlittenes Unrecht, heute eine verbale Allzweckwaffe. In Bundestagsdebatten und am Abendbrottisch wird das Wort zum Vorwurf: Wer jammert, stört die Harmonie; wer Sensibilität zeigt, gilt als elitär. Zum Abschluss unserer Reihe „Zwischen/Zeiten“ analysiert die vielfach preisgekrönte Publizistin Alice Hasters diesen gefährlichen kulturellen Wandel. Warum feiern wir das „Recht des Stärkeren“ plötzlich wieder als authentisch, während Verletzlichkeit zum Makel degradiert wird? Hasters seziert mit produktiver intellektueller Unruhe, wie dieser neue Kult der Härte den Boden für autoritäre Herrschaft bereitet. Paradoxerweise kreieren gerade diese Systeme ihre eigenen „Opfer“ – ob die „bedrohte Kultur“ oder den „gefährdeten Wohlstand“ –, um ihre Ausgrenzung zu legitimieren. Alice Hasters hält die Widersprüche unserer Gegenwart aus und setzt der Spaltung die politische Kraft der Verbundenheit entgegen. Wir denken mit ihr über eine Gesellschaft am Kipppunkt nach und stellen gemeinsam mit der bundesweit bekannten Bestseller-Autorin die dringende Frage, wie wir die Empathie als politische Stärke zurückgewinnen.
Alice Hasters wurde 1989 in Köln geboren. Sie lebt und arbeitet als Autorin und Publizistin in Berlin. Sie war unter anderem für die Tagesschau tätig und moderierte bei Deutschlandfunk Nova und dem RBB. Mit Maxi Häcke spricht sie im Podcast "Feuer & Brot" über Feminismus und Popkultur. Ihr erstes Buch "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" belegte Platz 5 der Jahresbestsellerliste Sachbuch im Paperback 2020. Im gleichen Jahr wurde sie zur Kulturjournalistin des Jahres gewählt. Zuletzt erschien ihr Buch "Identitätskrise".
9 € | 6 € (CSH-Mitglieder)
Deutsch
KG I der Universität Freiburg | Hörsaal 1199, Platz der Universität 3, 79098 Freiburg
Dienstag, 23.6.2026 | 19:00 – 20:30 Uhr
Veranstalter: Carl-Schurz-Haus | In Kooperation mit Colloquium politicum & Landeszentrale für politische Bildung
Copyright: Joanna C. Schroeder